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Geschichte Chinas - Die Qin-Dynastie

Ursprung und Machtübernahme der Qin

Die Qin waren eines der sieben Königreiche (Han, Wei, Chao, Qi, Yan, Qin und Chu), die ab ca 300 v. Chr. den Machtkampf um die Herrschaft im Reich austrugen. Der König der Zhou-Dynastie war zwar noch geistliches Oberhaupt des Reiches, konnte aber gegen die unabhängigen Fürstentümer nichts unternehmen.

Der Ursprung der Qin war im Westen in der heutigen Provinz Shaanxi. Dort wurde der Staat im 9. Jahrh. vor Christus gegründet. Ursprünglich waren die Qin nur Adlige niedrigen Ranges und für die Pferdeaufzucht für das Reich zuständig. Qins Herrschaft beruhte auf einem straff organisierten Herrschaftssystem, das von dem Legalisten Shang Yang maßgeblich im 4. Jahrh. v. Chr. reformiert wurde. Der Vorteil von Qin lag zudem in der Grenzlage. Qin war von Anfang an gezwungen, sich gegen Barbarenstämme aus dem Westen zu wehren und konnte später durch deren Unterwerfung sein Gebiet nach Westen hin ausdehnen.

Im Osten boten Gebirge und der Gelbe Fluss einen strategischen Vorteil, da sie die Verteidigung erleichterten. Die Qin-Truppen konnten aber 316 v. Chr. diese Hindernisse überschreiten und den Staat Shu erobern. Durch geschickte Bündnispolitik und ihr gut organisiertes Heer, das seit Jahrhunderten in vielen Grenzkriegen trainiert war, konnte Qin nach und nach die gegnerischen Staaten besiegen. Bereits 249 v. Chr. wurde der letzte König der Zhou abgesetzt. Es folgte die Eroberung zuerst der kleineren Staaten und als letztes des Staates Qi im Jahr 221 v. Chr. China war geeint, das chinesische Feudalreich mit seinen sich bekämpfenden Kleinstaaten wird durch einen zentralistischen Staat mit dem Kaiser an der Spitze, abgelöst.

Territoriale Ausdehnung des Reiches

Die Hauptstadt des Reiches war in Xianyang, beim heutigen Xian, wo sich auch die Grabanlagen des Kaisers befinden. Es erstreckte sich über die heutigen Provinzen Shaanxi im Westen bis Shandong im Osten und Teile Liaonings im Norden.

Die Herrschaft der Qin

König Zheng nahm den Titel Huangdi an und nannte sich Qin Shi Huangdi, als Anlehnung an den Gelben Kaiser der Urzeit und als Zeichen, dass er mit den Traditionen der Zhou-Dynastie brechen wollte. Seine Berater waren Lü Buwei und ab 237 v. Chr. Li Si. Beides waren Legalisten, die eine realistische Herrschaftsweise vertraten, die auf dem Gesetz beruhte und als deren Gründer Han Fei und Shang Yang gelten.

Unter den Qin wurden zahlreiche Reformen und Vereinheitlichungen durchgeführt. Maße und Gewichte wurden vereinheitlicht, das Rechtssystem reformiert, ein straffes Steuersystem eingeführt. Auch die Chinesische Schrift wurde in einer großen Reform vereinheitlicht.

Keine andere Dynastie wird von der traditionellen, konfuzianisch geprägten Geschichtsschreibung so negativ beurteilt wie die Qin-Dynastie. Der Kaiser der Qin soll Oppositionelle lebendig begraben, eine große Bücherverbrennung von konfuzianischen Schriften angeordnet, Bauern zu Frondiensten für den Bau seiner Paläste und der großen Mauer gezwungen und ein hartes Regime, das sich am Legismus orientierte, eingeführt haben. Die negative Beurteilung durch die Konfuzianer kommt wohl vor allem durch diesen letzten Punkt zustande. Qin Shi Huangdi lehnte konfuzianische Moral- und Herrschaftsregeln ab und richtete sich nach seinen Beratern, die eine realistische und auf den Lehren des Legismus beruhende Herrschaftsform vertraten. Ob die große Bücherverbrennung im Jahr 213 v. Chr. stattgefunden hat, ist bis heute umstritten.

Bauwerke der Qin

Kaiser Qin Shi Huangdi war extrem bauwütig. Er ließ zahlreiche Paläste und Kanäle erbauen, unter anderem in seiner Hauptstadt originalgetreue Nachbauten der Paläste der unterworfenen Feudalfürsten. Zu den berühmtesten Bauwerken der Welt gehören die Große Mauer und die berühmte Terrakotta-Armee in Xian.

Die Chinesische Mauer bestand zu dieser Zeit schon in Teilen, als Verteidigungsanlagen der früheren zersplitterten Reiche und diese Teile wurden unter Kaiser Qin Shi Huangdi verbunden. Dazu wurde eine große Anzahl von Zwangsarbeitern und Sklaven eingesetzt. Dieser Grenzwall, der das Reich vor allem vor den Hunnen (Xiongnu) schützen sollte, bestand aus dieser Zeit vor allem aus Lehm mit Wachtürmen aus Holz. Erst in späteren Dynastien wurde die Mauer zu dem imposanten Bauwerk ausgebaut, das es heute darstellt.

Die Terrakottaarmee ist Teil einer riesigen Grabanlage des Ersten Kaisers, die erst im Jahr 1974 zufällig von chinesischen Bauern bei einer Wasserbohrung entdeckt wurde. Die Armee gehört zu dem Mausoleum des Kaisers, das ca. 1 km entfernt ist. Wahrscheinlich erstreckt sich die gesamte Anlage also über ein viel größeres Gebiet, ist aber noch nicht vollständig ausgegraben.

Untergang der Dynastie

Qin Shi Huangdi starb bei einer seiner vielen Inspektionsreisen im Jahr 210 v. Chr. Nachfolger wurde nicht sein ältester Sohn Fu, der als fähig galt aber einer Palastintrige zum Opfer fiel, sondern sein jüngerer Sohn, der den Namen Er Shi Huangdi (Zweiter Kaiser) annahm. Er war erst 21 Jahre alt und stand ganz unter dem Einfluss des Beraters Li Si. Er konzentrierte sich vor allem auf die Fertigstellung der Bauten seines Vaters, was zu einem Aufstand der Zwangsarbeiter führte. Im Jahr 207 wurde der Kaiser vom Eunuchen Chao Gao ermordet. Liu Bang, der später die Han-Dynastie gründete und den Kaisernamen Han Gaozu annahm, zog als Anführer eines Bauernaufstandes im selben Jahr in die Hauptstadt ein.

Liste der Kaiser der Qin-Dynastie

Name

Kaisername

Regierungszeit

gelebt

Zhao Zheng

Qin Shi Huangdi

(246) 221 - 210

259 - 210

 

Er Shi Huangdi

210 - 207

230 - 207

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