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Ausländer für Olympia unerwünscht?

China ist auch weiterhin dabei, ein mögliches positives Image im Vorfeld der Olympischen Spiele im Ausland zu verspielen und das IOC macht dabei weiterhin keine gute Figur.

Dieses mal sind die Beschränkungen der Reisefreiheit für Ausländer ins Zentrum gerückt.

Graduelle Beschränkung der Reisefreiheit

Bereits letztes Jahr begann China, die Visabestimmungen graduell zu verschärfen. Anfangs wurde nur die Dauer von neu ausgestellten Geschäftsvisa beschränkt. War es früher möglich, ohne Probleme ein Geschäftsvisum für 6 oder gar 12 Monate zu erhalten, wurde die Aufenthaltsdauer bereits im Herbst 2007 auf 3 Monate beschränkt.

Inzwischen wurde die Reisefreiheit für Ausländer noch mehr beschränkt: Geschäftsvisa werden von den Botschaften kaum noch ausgestellt, Touristenvisa oft nur noch für 15 bis 30 Tage pro Aufenthalt

Handelskammern beklagen bereits Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeiten ihrer Mitglieder. Selbst Visaverlängerungen innerhalb Chinas sind nur noch bis zum 1. Juli möglich.

Neue Bestimmungen für Studenten?

Jetzt sind Gerüchten zufolge auch ausländische Studenten ins Visier der Behörden geraten. Nach Angaben von zwei Universitäten, darunter der renommierten Peking Universität dürfen Studenten, selbst wenn sie im nächsten Semester an der Universität weiterstudieren, nicht die Semesterferien in China verbringen.

Normalerweise laufen die meisten Aufenthaltsgenehmigungen für Studenten im Juli aus, diese würden dann nicht verlängert werden. Studenten, die im Moment noch eine Visum bis nach den Olympischen Spielen haben, haben wohl Glück gehabt und können bleiben. Selbst Sommerkurse soll es angeblich nicht geben. Das Außenministerium hat diese Meldung allerdings noch nicht bestätigt.

Betroffen von dieser Maßnahme wären mehre zehntausend ausländische Studenten in China. Derzeit studieren ca. 1300 deutsche Studenten in China, die von dieser Regelung betroffen wären.

Beschränkungen für Geschäftsleute

Geschäftsleute, die nach China möchten berichteten bereits seit längerem über Probleme, F-Visa (Geschäftsvisa) für ihre Einreise nach China zu erhalten. Aber auch Touristen berichten von immer mehr Beschränkungen.

Visa in Hong Kong

Hongkong war bisher als Tor nach China bekannt. Dort dauert die Visavergabe inzwischen aber auch schon fünf Tage anstatt wie vorher einen Tag. Für viele Geschäftsleute wird es dadurch schwieriger, ihre Projekte in China zu besuchen und zu beaufsichtigen. Touristen berichten in Online-Foren, sie hätten in Hongkong die Auskunft erhalten, dass in Hongkong in Zukunft nur noch für Hongkong-Residents Visa erteilt würden. F-Visa für mehrfache Einreise solle es überhaupt nicht mehr geben.

Nach Angaben einer Visaagentur sollen diese Bestimmungen bis zum 17. Oktober 2008 in Kraft bleiben.

Darüber hinaus scheint es eine Blacklist mit bestimmten Ländern zu geben, für die verschärfte Visabestimmungen gelten, darunter scheinen neben einigen Südostasiatischen und afrikanischen Staaten auch Israel zu zählen.

Offensichtlich hat die chinesische Regierung, offiziell wegen Angst vor Terror, umfassende Visabeschränkungen erlassen und die Visavergabe stark verschärft, was die Reisefreiheit von Ausländern in China weiter stark einschränkt.

Beschränkungen für Touristen

Inzwischen wurden auf mehren Webseiten von chinesischen Botschaften in europäischen Ländern neue Visabestimmungen veröffentlicht. Im Gegensatz zu früher muss man jetzt auch für normale Touristenvisa Flugtickets (insbesondere das Rückflugticket) sowie Hotelbuchungen vorlegen. Es ist noch nicht klar, ob es weiterhin möglich ist, privat zu wohnen.

Telefonisch war bisher auf der Konsularabteilung niemand zu erreichen, die Nummer war wie so oft besetzt oder niemand nahm ab.

Keine Stellungnahme durch das IOC

Das IOC hat dazu, ebenso wie zum Thema Tibet, keine Stellung bezogen, da es die Durchführung der Spiele durch diese Maßnahmen nicht gefährdet sieht. Die Olympischen Spiele scheinen für China und auch das IOC immer mehr zu einem PR-Desaster zu werden.

Die Gerüchteküche in Online Foren kocht derzeit über, für viele Ausländer, die längere Reisen durch China planen, wird die Reiseplanung wegen der oft wechselnden Bestimmungen zu einem Roulette.

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