Forum

Diskutieren Sie in unserem Forum mit anderen
Lesern der Chinaseite und lassen Sie sich von
Experten beraten.

Sie haben eine Frage? Hier finden Sie Ihre Antwort.

China Newsletter abbonieren

Der Newsletter der Chinaseite informiert Sie
regelmäßig über neue Inhalte, Events und Wissenswertes rund um China.

Interesse? Dann melden Sie sich an.

Anzeige

Chinesisch lernen und Praktikum in China

Tourismus - Peking bereitet sich vor

von Kim Schiefer

China ist gut vorbereitet auf den erhofften Ansturm von Olympiabesuchern und Touristen nach den Olympischen Spielen. Die Infrastruktur wurde verbessert, die Luftverschmutzung soll durch kurzfristige Maßnahmen verringert werden, illegale Taxifahrer wurden durch schärfere Kontrollen aus dem Verkehr gezogen, Kampagnen sollten die Bürger Pekings auf den Kontakt mit den ausländischen Touristen vorbereiten. Die Anzahl der Hotelzimmer in China ist gestiegen, inzwischen gibt es sogar während der Spiele ein Überangebot an Übernachtungsmöglichkeiten und nach den Spielen in Peking ein andauerndes Überangebot an Hotels.

Hohe Zimmerpreise

Bisher ist der Touristenansturm für die Spiele jedoch ausgeblieben.

Schuld daran sind unter anderem die, die sich jetzt am meisten beklagen – Hotels die während Olympia auf saftige Mehreinnahmen gehofft und teilweise Zimmer während Olympia zum zehnfachen des Normalpreises angeboten hatten, überbieten sich inzwischen mit Dumpingpreisen.

Auch Vermieter bleiben auf ihren leeren Zimmern sitzen – sie hatten teilweise Mietverträge nicht verlängert, um von den erhöhten Mietpreisen zu profitieren und können jetzt die Zimmer nicht mehr vermieten. Vor allem chinesische Touristen wurden durch die hohen Preise abgeschreckt. Und viele Geschäftsleute und Studenten aus dem Ausland kommen erst nach den Spielen wieder nach Peking.

Visapolitik

In Sachen Tourismus hat sich die chinesische Regierung durch die restriktive Visapolitik selbst viel verbaut. Dazu kamen die Negativschlagzeilen um die gewaltsame Niederschlagung der Aufstände in Tibet.

Die chinesische Seite weist immer wieder darauf hin, dass ihre Visapolitik immer noch lockerer sei, als die im Westen. Und angeblich wurden ja die Regelungen nicht geändert, sondern nur die Umsetzung bestehender Regelungen verschärft. Diese kleinen Änderungen hatten es aber in sich und führten dazu, dass im Vorfeld der Spiele viele Touristen einfach daheim blieben und auch die eher chinafreundlich gesinnte Wirtschaft über Einbußen und Behinderungen klagte. Hauptproblem war dabei nicht die verschärfte Umsetzung bestehender Regeln sondern die für ein autokratisches System typische (nicht vorhandene) Kommunikation. Die Änderungen kamen teilweise ohne Ankündigung, viele Inhaber von gültigen Visa erfuhren von den Änderungen erst, als sie ihre Visa verlängern wollten und plötzlich Probleme auftraten.

Selbst Unternehmen, die sich auf die Beschaffung von Visa spezialisiert haben, wurden von den Änderungen überrascht und machten unterschiedliche Angaben zur Visavergabe und den benötigten Dokumenten.

Innere Sicherheit

China begründet diese restriktive Visavergabe vor den Olympischen Spielen mit der Gefahr durch Terroranschläge, vor allem durch uigurische Terroristen.

Die Uiguren sind eine Minderheit in der Provinz Xinjiang, die 1949 von China annektiert wurde. Uigurische Organisationen bestreiten jedoch, in Anschläge verwickelt zu sein.

Ein weiteres Ziel der Verschärfung der Visavergabe und stärkeren Kontrolle der Ausländer in China dürfte wohl auch die Verhinderung von Protesten gegen die Regierung sein.

Allerdings treffen die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen auch die Pekinger Bevölkerung, die ebenfalls schärfer kontrolliert werden. Vor allem Pendler, die täglich nach Peking fahren, sind betroffen.

Organisatorisch hat sich Peking bestens auf die Ausländer vorbereitet – ob China wirklich bereit ist für die internationalen Gäste, wird sich erst noch herausstellen.

Artikel weiterempfehlen

mehr aus Chinesische Kultur

Austragungsort der Segelregatten Qingdao

Die an der Ostküste Chinas gelegene Stadt Qingdao zählt knapp 8 Millionen Einwohner. Als bedeutender Badeort mit dem drittgrößten Hafen der Welt wird sie Schauplatz der Segelwettbewerbe bei Olympia 2008 sein.

mehr...
Feng Shui

Feng Shui in der chinesischen Baukunst

Feng Shui ist eine Reihe von Regeln, die das Qi (Lebensenergie), das in einem Haus oder Garten fließt, so bündeln und leiten sollen, dass es Glück, Reichtum Gesundheit und langes Leben bringt. Fließt das Qi jedoch falsch, hat es einen schlechten Einfluss.

mehr...

Chinesische Philosophie

Chinesen sind weit weniger religiös als beispielsweise Europäer, sie sehen die Dinge von einem philosophischen Standpunkt. Daraus entwickelten sich im Altertum drei Ideologien, die nach wie vor das Leben der Chinesen mitbestimmen.

mehr...

Olympia in China und Umweltprobleme

Unbestritten ist, dass in Peking erhebliche Umweltprobleme herrschen. Der hohe Energieverbrauch in Peking und vor allem die überwiegende Nutzung von umweltbelastenden Rohstoffen wie Erdöl und Kohle zur Energiegewinnung führen dazu, dass Peking als eine der am meisten verschmutzten Städte der Welt gilt.

mehr...

Chinesisches Frühlingsfest

Während des chinesischen Frühlingsfestes gibt es offiziell drei Feiertage, viele Chinesen verlängern diesen Urlaub auf eine Woche. Das chinesische Neujahr ist das große Familienfest in China. Die Vorbereitungen beginnen schon lange vorher mit Reisevorbereitungen und dem schmücken der Häuser - rot ist zu dieser Zeit die dominierende Farbe.

mehr...