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Chinesisch lernen und Praktikum in China

Umzug in Peking

Der folgende China-Erfahrungsbericht soll einen Eindruck vermitteln, wie ein Umzug in China laufen kann, was man bei der Wohnungswahl beachten muss und welche Formalitäten zu erledigen sind.

Das Ziel war ein Umzug nach Wudaokou, dem „koreanischen Viertel“ Pekings. Die neue Wohnung sollte möglichst nah an der U-Bahn Linie 13 und dem Bung e bang -Verkäufer auf dem Campus der Beijing Yuyan Daxue sein (Bung e bang 붕어빵  sind koreanische Waffeln mit Füllung in Form eines Fisches).

Es sollte eine  2-Zimmerwohnung sein, Höchstpreis 2500 RMB pro Monat.

Wudaoko in Peking

Wudaokou ist ein typisches Studentenviertel, vor allem gibt es hier viele koreanische und japanische Restaurants, viele Geschäfte haben auch koreanische Aufschriften. Lediglich die Straßenverkäufer sind etwas nervig und am Bahnübergang ist eigentlich immer Stau.

In der Nähe von Wudaokou befinden sich einige gute Cafes, Restaurants und Clubs, die ich am Ende des Artikels kurz vorstelle. Außerdem gibt es da noch den Bung e bang -Verkäufer auf dem Campus der Beijing Yuyan Daxue.

Vorbereitungen

Am Anfang musste dem jetzigen Vermieter fristgerecht gekündigt werden. Das war in unserem Fall kein Problem – den Mietvertrag hatte meine Freundin vor 4 Jahren abgeschlossen und sie kam mit der Vermieterin gut zurecht . Außerdem half sie der Vermieterin, die auch weiterhin nur an Ausländische Studenten vermieten wollte, einen Nachfolger zu finden.

Wohnungssuche

Für die Wohnungssuche vertrauten wir uns einer Agentur an, die von einem Angehörigen der koreanischen Minderheit in China gegründet worden war und sich auf ausländische, vor allem aber koreanische Studenten in Peking spezialisiert hat. Die Agentur hatte schon mehrere Bekannte vermittelt und war vertrauenswürdig. Die Vermittler sprachen auch fließend koreanisch, was die Kommunikation sehr erleichterte.

Die Vermittlungsgebühr betrug eine halbe Monatsmiete. Meistens ist es so, dass ab einem bestimmten Betrag (z.B. 3000 RMB Miete pro Monat) der Vermieter die Gebühr zahlt, bei weniger Miete zahlt sie der neue Mieter. Oft muss man auch eine ganze Monatsmiete Maklergebühr zahlen.

Was bei der Wohnungssuche beachtet werden muss:

Grundsätzlich dürfen Ausländer inzwischen überall wohnen. Es gibt aber doch noch Einschränkungen, wie ich erfahren musste. Wir hatten eine super Wohnung gefunden, Wangzhuanglu, nördlich von Wudaokou. Dummerweise war dies das einzige Gebäude in der Umgebung, dass der chinesischen Luftwaffe gehörte und für Armeeangehörige bestimmt war. Natürlich hat fast jeder Besitzer seine Wohnung vermietet, auch an Ausländer. Dies waren aber meistens Koreaner und nicht so leicht als Ausländer erkennbar. Ich wäre wohl der erste westliche (weiße) Ausländer in dem Gebäude gewesen. Offensichtlich fürchteten die anderen Bewohner, dass ihre zusätzliche Einnahmequelle (Vermietung von Armeeeigentum) auffliegen würde, mehrere meldeten sich beim Vermieter und drückten ihre Missbilligung aus - deshalb wurde doch nichts aus dieser Wohnung und wir mussten uns nach Alternativen umsehen.

Preisverhandlungen - in China immer möglich

Man teilt der Maklerfirma vorher seine Preisvorstellungen mit und die Firma sucht entsprechende Angebote. Natürlich ist der Mietpreis bei der Besichtigung noch verhandelbar. Einige Tipps

-   Je länger man im Voraus bezahlt, desto mehr kann man den Mietpreis drücken. Zahlt man z.B. 6 oder gar 12 Monatsmieten im Voraus, kann man schon einen Nachlass von 100-200 RMB pro Monat verlangen.

-   Wenn man sich nicht sicher ist (Qualität der Wohnung, fällige Reparaturen), kann man auch eine gestaffelte Zahlung aushandeln. Z.B. die erste Zahlung 3 Monatsmieten, erst die zweite Zahlung 6 Monatsmieten

-   Wer die Maklergebühren zahlt, steht meistens schon vorher fest

-   Bringt man eigenen Möbel mit, ist die Miete natürlich billiger als bei möblierten Wohnungen. Im Normalfall sind Wohnungen aber schon möbliert und mit allem ausgestattet

-   Bei Preisverhandlungen nicht zu nachgiebig sein. Man hat Anspruch darauf, dass die Wohnung in ordentlichem Zustand übergeben wird, d.h. der Vermieter soll die Wohnung ruhig auf eigene Kosten säubern lassen und auch mit akzeptablen Möbeln ausstatten. Man kann auch vom Vermieter verlangen, zusätzliche Möbel zu kaufen. Klar, dass der Vermieter versucht, seine alten Möbel in der Mietwohnung unterzubringen und wenig Interesse hat, neue Möbel für den Mieter zu kaufen.

-   Darauf achten, dass alle Kosten vom Vormonat bezahlt wurden. Z.B. müssen Telefonkosten und Internetkosten vom Vormonat noch vom Vermieter oder vom Vormieter bezahlt werden (dazu noch unten nähere Angaben).

Mietvertrag

Meistens werden Standardmietverträge unterzeichnet. Agenturen haben solche schon vorformuliert. Man sollte sich den Mietvertrag auf jeden Fall genau ansehen und sich auch die Zeit nehmen, ihn in aller Ruhe daheim durchzulesen. Bei möblierten Wohnungen muss man genau darauf achten, welches Mobiliar man erhält und dieses dann auch in den Mietvertrag aufnehmen. Man sollte sich genau davon überzeugen, dass alles funktioniert. Es muss geklärt werden, wer die Heizkosten und das Wasser übernimmt, der Mieter übernimmt natürlich Telefon und Strom bzw. oft auch noch Gas.

Vor allem wenn man in China arbeitet und Steuern zahlt, muss man auf einen richtigen Mietvertrag über die richtigen Kosten bestehen, da man die Miete von der Steuer absetzen kann.

Die Bedeutung der einzelnen Punkte des Mietvertrages sollte man sich vom Makler bei Unklarheiten erklären lassen.

Kaution und Maklergebühr

Die Kaution sollte nicht mehr als eine Monatsmiete betragen.

Es muss auch geklärt werden, wer die Maklergebühr bezahlt. Oft taucht plötzlich auch ein zusätzlicher Vermittler auf, den der Wohnungseigentümer beauftragt hat. Man soll bei Verhandlungen auf keinen Fall zu nachgiebig sein. Sind Möbel nicht in Ordnung, muss man darauf bestehen, dass sie ausgetauscht werden, der Vermieter sollte die Wohnung sauber übergeben und auch ausstehende Telefon und Stromrechnungen vom Vormieter beglichen haben. Erst wenn man mit allem zufrieden ist, sollte man Maklergebühr, Kaution und Miete bezahlen.

Eine Quittung für jede Zahlung

Für jede Zahlung sollte man eine Quittung einfordern.

Zahlungen vor dem Einzug

Hat man sich geeinigt, ist es durchaus üblich, dass man einige Zahlungen schon vor dem Einzug leistet, z.B. die Kaution oder eine Anzahlung von ein paar hundert RMB. Die komplette Miete sollte aber erst beim Einzug und nach der Anmeldung bei der Polizei bezahlt werden. Bzw. man sollte sich vorher vergewissern, dass der Vermieter mit zur polizeilichen Anmeldung geht und sich nicht durch Formulierungen „Kein Problem“ (Mei you wenti), „braucht man nicht“ (bu yong) usw. abspeisen lassen. Dies bedeutet normalerweise, dass der Vermieter die Steuern sparen will, die bei der Anmeldung fällig sind.

Wenn man einen Makler beauftragt hat, gehört es zum Service des Maklers, die Interessen des Mieters zu vertreten, d.h. bei Zahlungen und beim Unterschreiben des Mietvertrags anwesend zu sein.

Steuern in China beim Einzug

Der Besitzer der Wohnung muss 5% der Miete als Steuer zahlen. Diese werden bei der Anmeldung im nächstgelegenen Polizeirevier (Paichusuo 派出所) fällig. Dass dabei getrickst wird, ist natürlich klar. Entweder vermietet der Besitzer die Wohnung kostenlos an „Freunde“ – das Argument zieht vor allem bei Ausländern sehr selten oder er schließt einen falschen Mietvertrag über ein niedrigere Summe ab. Die Mindestmiete in unserem Polizeirevier betrug 800 RMB – unser Vermieter wollte zuerst einen falschen Mietvertrag über 400 RMB abgeben, ohne uns davon zu erzählen, das wurde dann abgelehnt. Anschließend musste sie noch mal hin und einen Mietvertrag über 800 RMB abgeben.

Vor allem wenn man in China arbeitet und Steuern zahlt, muss man auf einen richtigen Mietvertrag über die echten Kosten bestehen, da man die Miete von der Steuer absetzen kann.

Polizeiliche Anmeldung in China

Auch wenn es viele Ausländer nicht wissen oder nicht kümmert: Man muss sich in China innerhalb von 24 Stunden nach Einreise polizeilich anmelden. Lebt man in einem Hotel, wird das durch das Hotelpersonal erledigt, das die Personalien aufnimmt und an die örtliche Polizei weitergibt. Wohnt man privat, muss man in Begleitung des Vermieters zur Polizei gehen, den Mietvertrag mitbringen sowie seinen Reisepass und das Visum vorzeigen.

Man erhält eine Anmeldebestätigung, ein kleines Papier im DIN A6 Format, dass man auf jeden Fall aufheben muss. Man benötigt dieses Papier zwingend, wenn man z.B. sein Visum verlängern muss.

Wenn in der Wohnung vorher schon Ausländer gewohnt haben, muss der Vermieter oft nicht mehr persönlich erscheinen. Es genügt, wenn man den Mietvertrag zur Polizeidienststelle mitbringt. Auch wenn man Freunde mal längere Zeit bei sich übernachten lassen will, muss man mit diesen und dem Mietvertrag zu Polizeidienstelle.

Die Anmeldung ist nur eine Formalität, die normalerweise ohne Probleme abläuft – es gibt also keinen Grund, den Aufwand zu scheuen – wer sich nicht anmeldet und doch mal nach den Papieren gefragt wird, ist selbst schuld, wenn er eine Strafe zahlen muss.

Es ist z.B. vorgeschrieben, dass Ausländer ständig ihren Reisepass und die Anmeldung bei sich tragen – wer sich nicht dran hält, ist selbst schuld.

Arbeitet man in China und wird die Wohnung durch den Arbeitgeber gestellt, sollte der Arbeitgeber bei solchen Formalitäten behilflich sein.

Organisation des Umzugs

Stabile Kartons und Kisten besorgten wir im „Jialefu“, ein französischer Supermarkt in Zhongguancun bzw. teilweise kostenlos in chinesischen Supermärkten. Kartons kann man auch in Postämtern kaufen, die sind sehr stabil.

Den Umzug ließen wir von einer Umzugsfirma für 150 RMB durchführen. Der Umzug selbst ging sehr schnell. Es war unglaublich zu sehen, wie viel ein chinesischer Arbeiter schleppen konnte. Die Arbeiter der Umzugsfirma schleppten drei oder vier Kartons auf dem Rücken, ganze Schreibtische bzw. Schränke wurden einfach auf den Rücken eines Arbeiters gelegt, der ihn dann 6 Stockwerke nach unten schleppte und später auch wieder vier Stockwerke nach oben. In Deutschland hätte wahrscheinlich 3 Personen so einen Schrank geschleppt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das auf Dauer keine Rückenprobleme hinterlässt.

Beim Möbeltransport zur neuen Wohnung bin ich dann im LKW der Transportfirma mitgefahren.

Einzug in die neue Wohnung

Der Makler hat uns die Telefonnummer einer Putzfirma gegeben, die dann die Wohnung noch einmal auf Vordermann gebracht hat. Vorher muss man abklären, wer die Putzmittel stellt. Normalerweise muss man die selbst besorgen.

Telefon und Internet

Das Telefon war auf den Namen der Tochter des Vermieters angemeldet – um die Neuanmeldung mussten wir uns nicht kümmern.

Für das Internet benötigten wir den Ausweis der Person, auf die das Telefon angemeldet war und mussten damit zur China Telecom gehen. Dort hatten wir die Auswahl zwischen WLAN und ADSL und zwei Geschwindigkeiten (512 und 1 Mbit/Sec.). Die Installation erfolgte innerhalb von 2 Tagen (Seitenhieb auf die Deutsche Telekom, bei der die Freischaltung länger dauerte).

Man erhält ein Modem und die Benutzerdaten und los geht‘s. Für ca. 250 RMB kann man sich später einen Router kaufen. Die Zahlung erfolgt dann monatlich bei der CNC.
Wenn man nicht rechtzeitig zahlt, kommt am Monatsende immer ein Anruf vom Internetunternehmen, in dem man auf den Zahlungsverzug hingewiesen wird.

Gas und Strom

Für Gas und Strom gibt es verschieden Abrechnungsmöglichkeiten. Eine ist z.B. die Prepaid-Karte. Man hat einen Stromzähler vor der Wohnung und muss dann, kurz bevor er auf 0 ist, mit der Prepaid-Karte zu Bank (nicht bei der Bank of China sondern bei der Gongshang Yinhang- 工商银行). und die Karte aufladen. Die Karte steckt man dann in einen Schlitz im Zähler und lädt die Einheiten auf den Zähler. Die gleiche Methode gibt es auch für Gas – man geht mit der Karte dann aber nicht zur Bank sonder zahlt es im Wuye, dem Büro, das für die Verwaltung der Wohnungen im Distrikt verantwortlich ist.

Eine andere Zahlungsmöglichkeit ist, dass man bar an den Stromableser zahlt, der irgendwann vorbeikommt und den Zählerstand kontrolliert.

Wovon das jeweils abhängt, weiß ich nicht, vermutlich kann das der Vermieter auswählen. Bei meiner ehemaligen Wohnung waren Zähler für Strom und Gas installiert, bei meiner jetzigen Wohnung kam der Strom- und Gasableser.

Wasser

Die Rechnung über Wasser erhält man monatlich, meistens ist sie im Briefkasten, wird unter den Türschlitz geschoben oder zwischen das Gitter vor der Tür gesteckt.

Wichtige chinesische Zeichen

Polizeidienststelle - Paichuso 派出所

Ausweis – Huzhao 护照

Visum – Qianzheng 签证

Registration form of temporary Residence – Linshi zhusu dengjibiao 临时 住宿登记表

Umzug – ban jia 搬家

Wohnung suchen - zhao fangzi – 找房子

Telefon – dianhua – 电话

 

Wudaokou – 五道口

Stromkosten - dianfei - 电费

Heizung -  nuanji - 暖气

Telefonkosten - Dianhuafei - 电话费

Internet - yintewang - 因特网

Wichtige koreanische Zeichen

붕어빵Bung e bang – eine Art koreanische Waffeln

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