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Chinesische Philosophie: Legismus (fajia)

Der Legismus ist eine philosophische Denkweise, die der Realiät der Zeit, in der er entstand, gerecht wurde, als im Reich ein Chaos von mehreren kämpfenden Kleinstaaten herrschte. Der Legismus befasst sich unmittelbar mit der politischen Praxis der Herrschaftssicherung eines Fürsten. Der Grundgedanke war, die Herrschaft über einen Staat in den Hände des Fürsten zu zentrieren und eine Ordnung mit Hilfe von Gesetzen und Regeln zu schaffen, die dem Fürsten den Machterhalt sichern sollte.

Das einzig als autentisch geltende Hauptwerk des Legismus ist das Hanfeizi, nach seinem Autor Han Fei, der von ca. 280 v. Chr. bis 234 v. Chr. lebte, benannt. Ein anderes Hauptwerk des Legismus wird Shang Yang zugeschrieben, der die Reformen des Staates Qin im 4. Jahrhundert v. Chr. eingeleitet und somit einen wichtigen Grundstein für den Machtzuwachs und die spätere Gründung der Qin-Dynastie und die Einigung Chinas gelegt hatte.

Die Grundideen und die Entwicklung des Legimsus

Der Legismus will die Macht des Staates in den Händen des Herrschers zentrieren. Der Herrscher soll dabei so viele Entscheidungen wie möglich selbst treffen und nicht deligieren, nur er kann Belohnungen und Strafen erlassen, damit kein Rivale, der ihm zuviele Kompetenzen abnimmt, im Staat entstehen kann. Die Herrschaft soll dabei durch Gesetze gesichert werden, die allen öffentlich zugänglich sind, so dass sich jeder danach richten kann. Nützliche Tätigkeiten sollen durch Belohnung gefördert werden, Tätigkeiten, die dem Staat schaden, sollen durch Strafe vermieden werden. Das Idealbild ist dabei der Herrscher, der seinen Beratern zuhört, ohne seine Meinung offen, z.B. durch Mimik oder eigene Kommentare und Fragen, zu zeigen. Später trifft er eine Entscheidung und belohnt bzw. bestraft seine Berater gemäß ihrer Leistung. Dadurch soll er unberechenbar für sein Umfeld bleiben und seine Autorität gesichert werden.

Die Verwaltung des Staates soll auf schriftlich fixierte Anordnungen und Richtlienien zurückgreifen können, die Effektiviät der Verwaltung und der Beamten soll objektiv berechnet werden können.

Legistische Ideen genossen keinen guten Ruf in China. So soll der Staat Qin, in dem die Legisten vor allem wirkten und der im Jahr 221 v.Chr. China vereinte, despotisch und graußam gewesen sein. Der rein legistische Staat der Qin scheiterte zwar bereits nach 15 Jahren und Ideal galten später die Ideen des Konfuzius vom Weisen Herrscher, der allein durch sein Vorbild den Staat ordnen konnte.

Dieses Ideal wurde zwar offen gepriesen, allerdings war das gesamte chinesische Staatswesen auch in den Jahrhunderten nach der Qin-Dynastie von legistischen Ideen geprägt. Ohne den Legismus wäre die chinesische Bürokratie und das Beamtenwesen nicht denkbar gewesen. Besonders in der Ming- und der Qing-Dynastie war der Einfluß des Legismus besonders stark.

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