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Chinesisch lernen und Praktikum in China

Unter Chinesen - mein Jahr in China

 

In ihrem Buch „Unter Chinesen – mein Jahr in China“ beschreibt Michaela Lehner auf kurzweilige Art ihre Erlebnisse während ihres ersten Jahres in der Volksrepublik China.

Das Land, welches in den letzten Jahren immer mehr in das Zentrum der Weltpolitik aufstieg, übt mit seiner fremden Kultur eine unglaubliche Faszination auf Reisenden und Geschäftsleute, die das Land besuchen, aus. Es bietet aber auch viele Herausforderungen im Alltag, die es zu meistern gilt.

In ihrem Buch bietet die Autorin einen sehr persönlichen und kurzweiligen Einblick, welchen Problemen und Herausforderungen sie in China begegnete und wie sie diese meistern konnte.

Amüsant sind ihre Erfahrungen mit chinesischen Straßenhändlern, ihre ersten Gehversuche in chinesischen Restaurants, die ersten Arbeitstage an ihrem neuen Arbeitsplatz.

Eindrucksvoll beschreibt sie den Zusammenstoß unterschiedlicher Denk- und Arbeitsweisen in der Zusammenarbeit mit ihren chinesischen Kollegen. Man erfährt, wie sie sich nach und nach in diesem Land einlebt, die Umgebung erkundet und kulturelle und sprachliche Barrieren überwindet und ein Land erkundet, das so große Gegensätze zwischen Arm und Reich, Moderne und Tradition zu bieten hat.

Das Besondere an diesem Buch ist die sehr persönliche Beschreibung ihrer Erlebnisse in China, die auch negative Erfahrungen nicht ausblendet. Hautnah erlebt man den Kulturschock, die Stimmungshochs und -tiefs mit, die das Leben als Expatriate in China bereit halten.

Selbst wer bereits längere Zeit in China verbracht hat, erkennt in vielen Episoden Parallelen zu eigenen Erlebnissen.

Dies macht das Buch sowohl für Leser, die an der Faszination China teilhaben möchten, als auch für erfahrene Chinareisende zu einer kurzweiligen und interessanten Lektüre.

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Leseprobe aus dem Buch "Unter Chinesen - Mein Jahr in China" von Michaela Lehner

Das Restaurant machte von außen einen sehr einladenden Eindruck. An der Außenseite angebrachte rote Laternen leuchteten in der Dunkelheit und luden durch ihr romantisch anmutendes Licht zum Verweilen ein. Vor dem Eingang postierten, in traditioneller Chinesischer Tracht gekleidete Angestellte, taten ihr Übriges, um eventuell noch unentschiedene Gäste ins Lokal zu locken. Aus mehreren Metern Distanz riefen sie mir bereits etwas zu und öffneten mir sogleich die Eingangstür zum Restaurant.

Ich stand noch halb in der Tür als mir eine weitere Bedienstete ‚Ji wei’ (wie viele Leute) entgegen rief. Eigentlich war offensichtlich, dass ich alleine war, doch bestätigte ich ihr das, indem ich ‚yi wei’ (eine Person) erwiderte.

 

Sogleich hielt die Bedienstete Ausschau nach einem freien Platz und führte mich an einen Tisch, auf dem sich allerdings noch die Speisereste und Teller meiner Vorgänger stapelten. Über den Tisch verstreut lagen diverse Speisebrocken, die den Weg nicht ganz zu ihrem Bestimmungsort gefunden hatten. Vor meinen Augen räumte die Bedienung den Tisch leer, wischte ein paar Speisebrocken hastig auf den Boden und verschwand, um gleich wieder mit einer Speisekarte, frischem Geschirr und Putzlappen bewaffnet zurück zukommen. Nachdem sie mir die Speisekarte in die Hand gedrückt hatte wischte sie den Tisch ab, deckte ihn mit einem kleinen Teller, Teeglas und Stäbchen ein. Als sie fertig war blieb sie neben mir stehen, bereit die Bestellung aufzunehmen. So schnell war ich nun wirklich nicht. Schon auf das schlimmste gefasst, hatte die Speisekarte zu meiner Überraschung und Freude Abbildungen von den zur Auswahl stehenden Speisen. Das erleichterte das Bestellen ungemein. Statt mir jedoch Zeit zum Auswählen zu geben blieb die Bedienung beharrlich neben mir stehen und wartete darauf, dass ich endlich meine Bestellung abgab. Die Karte durchblätternd und die Speisen überfliegend, entschied ich mich für etwas, das wie ein Gemüse und ein Fleischgericht aussah. Die Namen der Gerichte sagten mir gar nichts, da diese ausschliesslich in Chinesisch ausgewiesen waren. Ich hoffte, dass was auf den Bildern gut aussah, in Natura ebenso gut schmeckte. Auf die Bilder deutend gab ich meine Bestellung auf. Sorgfältig schrieb die Bedienung alles in ihren Block, um mir nach beendeter Bestellung das Notierte noch einmal vor zu lesen.

Auf Nachfrage ob ich denn keinen Reis (mi fan) wollte, bestellte ich eine Schüssel. Reis galt in China als Hauptgericht und wurde nahezu ausnahmslos zu jedem Gericht gegessen. Verzichtete man auf diesen oder Nudeln, löste das Erstaunen aus. Dann verschwand die Bedienung, um kurz darauf mit einer Kanne Tee (cha shui) wieder zukommen. Unaufgefordert servierte sie mir ein Glas. Die restliche Kanne lies sie auf meinem Tisch stehen und verschwand wieder. Ich nutzte die Wartezeit nun um das Geschehen um mich herum zu beobachten.

Das Restaurant war gut besucht. Ausserdem herrschte ein, wie mir schien, für ein Restaurant, erstaunlich hoher Lärmpegel. Aus allen Richtungen schlürften Gäste genussvoll ihr Essen, schmatzten oder rülpsten gar lauthals, zum Zeichen, dass es ihnen schmeckte. An manchem Tisch fand eine lauthalse Unterhaltung statt, die sogar feucht fröhlich wurde. War das für China üblich?

Die mich umgebenden Tische waren mit Gästen besetzt. Vor jedem einzelnen Gast stand nur ein kleiner Teller sowie eine kleine Schüssel Reis. Keiner hatte sein Essen auf seinem eigenen Teller, sondern bediente sich von den zahlreichen Gerichten, die über den Tisch verstreut zur Auswahl standen. Hierzu griffen sie mit den Stäbchen nach dem Gewünschten. Mancher legte das Essen auf den kleinen Teller oder in die Reisschüssel bevor er es ass. Letztere ersetzte für die meisten den Teller. Mit den Stäbchen wählten sie verschiedene Gerichte von den großen Tellern am Tisch und luden kleine Portionen in die Reisschüssel. Anschließend wurde die Schüssel nahe an den Mund gehalten und mit den Stäbchen das Essen in schnell aufeinanderfolgenden Schaufelbewegungen in den Mund befördert.

Andere zogen es vor, statt die Reisschüssel an den Mund heranzuführen diese lieber auf dem Tisch stehen zu lassen. Stattdessen senkten sie ihren Kopf so tief, dass die Nase nahezu in der Schüssel verschwand. Die Augen auf das Essen fokussiert sogen sie laut schlürfend das Essen mit Hilfe der Stäbchen in den Mund. Andere brauchten erst gar keinen Zwischenstop. Das Essen landete mittels Stäbchen von den grossen Tellern direkt im Mund.

Es wurde ausschließlich mit Stäbchen oder Löffel gegessen, selbst Fisch. Gekonnt verstanden es die Chinesen vom ganzen Fisch ein grätenloses Stück herauszulösen. Das Stück wurde in den Mund gesteckt und dort langsam abgelutscht. Erwischten sie doch eine Gräte, so separierten sie diese mit der seit Kindesbeinen trainierten Zunge, indem sie das Stück im Mund hin und her rollten. Die ungewollte Gräte spuckten sie ungeniert auf den eigenen Teller. Mancher zog es gar vor, diese lieber gleich auf den Boden zu spucken. Nicht anders geschah es mit Speiseresten, die vom Mund nicht weiter in den Magen geschoben werden sollten. Mit einem hörbaren Spucker landeten sie bestenfalls auf dem Teller, meist jedoch auf dem Tisch oder Boden. Der Boden unter manchem Gast wies diverse Speisereste auf. Für die Suppe, die von einer großen Suppenschüssel in eine kleinere Schüssel umgefüllt wurde nahm mancher einen Löffel. Die meisten brauchten keinen Löffel. Sie führten ihre Schüssel direkt zum Mund und tranken genussvoll schlürfend aus ihr. Die verbleibende Suppeneinlage schoben sie mit den Stäbchen aus der an den Mund angelegten Schüssel direkt in den Mund. Dieser Essstil wirkte jeglicher Etikette spottend. Doch das waren offensichtlich die hier geltenden Essmanieren. Genoss man sein Essen, tat man dies durch lautes Schürfen, Schmatzen und mit offenem Mund kauen kund.

Die Kundschaft war gemischt. Familien mit Großeltern und Kind, Pärchen, gemischte Gesellschaften und Freunde die etwas zu feiern hatten. Mancher Tisch hatte entsprechend viele Flaschen Bier pi jiu oder sogar Schnaps, Bei Jiu auf dem Tisch stehen. Sie prosteten sich mit ihren kleinen 0.2 Liter Gläsern zu und tranken Bier oder Schnaps daraus. Kaum war das Glas leer, schenkten sie sich gegenseitig nach.

Schließlich kam mein Essen. Neben einer kleinen Schüssel Reis stellte die Bedienung zwei bis zum Anschlag gefüllte Teller mit Gemüse und geschnetzeltem Fleisch vor mir ab. Es sah lecker aus, duftete verlockend und dampfte noch heiß aus der Küche. Die Portionen waren riesig und boten genug Essen für mindestens zwei Personen. Spätestens jetzt wurde mir klar, dass man in China nicht alleine ins Restaurant geht. Essen ist ein gesellschaftliches Ereignis. Man bestellt mehrere Gerichte verschiedenster Art und Geschmack, geniesst sie gemeinsam und erfreut sich der Gesellschaft. Geschmacklich hielt mein Essen definitiv was die Bilder versprachen. Bereits hier und jetzt fing ich an, das chinesische Essen zu schätzen und lieb zu gewinnen. Die Auswahl an Gerichten war äußerst abwechslungsreich, teilweise gar exotisch. Gemüse, Fisch, Fleisch und Tofu kam in verschiedenster Zubereitungsart. Süß, sauer, würzig bis scharf, ölig oder mild, gewürfelt, gestreift, kalt, warm. Was bitte durfte es sein? Essen in China glich einem Buffett. Einziger Wehrmutstropfen waren die seltsamen und mich zugegebener Masen etwas irritierenden Essmanieren der Chinesen. Darüber musste ich wohl hinwegsehen. Meine beiden Portionen waren mengenmäßig für eine Person viel zu viel. Allerdings hätte ich immer weiter essen können. Geschmacklich war das Essen sehr lecker, doch erstaunlicherweise blieb jegliches Völle- oder Sättigungsgefühl aus. Stattdessen bekam ich einen Heißhunger auf etwas Süßes.

Schliesslich bezahlte ich und machte mich auf den Nachhauseweg. Verglichen zum Nachmittag war es nun erstaunlich ruhig auf den Strassen. Vereinzelt passierten hupende Taxen. Busse, Fahrradfahrer und Tuck-Tucks fehlten im Straßenbild. Die Stadt schien zumindest hier in der Wohngegend schlafen gegangen zu sein. Die Luft war eisig kalt geworden und ein frostiger Wind blies mir ins Gesicht. Im Freien war es ungemütlich kalt geworden.

Nächstes Kapitel: Herausforderung Chinesisch

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